Der bildende Künstler, Volker Schnüttgen, versteht seine Steinsetzung, die er in den letzten drei Jahrzehnten für den öffentlichen Raum geschaffen hat, grundsätzlich als Marksteine, die Zeichen setzen, Orte markieren, die symbolische Räume schaffen, die entdeckt werden können. Die Skulpturen können betreten oder bestiegen werden, ob real oder im übertragenen Sinne.
Das MaterialStele aus portugiesischem Granit ca. 60 x 90 cm
Gesamtgewicht ca. 1.900 kg
Außenfläche bruchrau, Innenflächen sowie die Fläche, die die Schrift trägt, poliert
Der langwierige Arbeitsprozess der Granitskulptur begann bereits im Steinbruch, da, wo der Steinblock Mutter Erde entrissen wurde; eine gewaltsame Geburt. Die bei diesem Prozess entstandenen Arbeitsspuren, wie Bohrlöcher, die bruchrauen Oberflächen oder die Abweichung von der exakten Form des Quaders sind Teil der künstlerischen Gestaltung von Volker Schnüttgen.
Er versteht die Skulptur als einen Ort der Stille, der zum Verweilen, zur Kontemplation einlädt; ein Ort, der im öffentlichen Raum eine Intimsphäre und gleichzeitig einen Beziehungsraum einer Gemeinschaft schafft. Aus dem Monolith aus Granit wurde eine geometrische, architektonische Form herausarbeitet, bei welcher der skulpturale Leerraum genauso aussagekräftig ist, wie die apodiktische, also im wahrsten Sinne des Wortes unumstößliche Schwere des Gesteines selbst.
Trotz zunehmender Abstraktion des Werks ist der Bezug zur menschlichen Figur und Proportion, wenn auch versteckt, stets erhalten geblieben. Dabei wurden Material, Form und Proportion durch das menschliche Maß bewusst ins Verhältnis zu den Gegebenheiten des Alten Friedhofes gesetzt. Das herausgesägte Element wurde als Stufe unmittelbar vor der Skulptur platziert. Die verbleibende quadratische Öffnung lädt dazu sein, sich der Skulptur zu nähern, sie zu betreten und durch die Öffnung in die Landschaft zu schauen. Das Fenster ist die symbolische Schnittstelle zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.
Der Monolith bildet einen steinernen Schrein, der in seinem Inneren die Erinnerungen an die ausgelöschten Seelen des Zweiten Weltkriegs aufbewahrt; ein symbolischer Ort zur Ehren der unschuldigen zivilen Bürger eines verheerenden Krieges, Opfer eines Menschen verachtenden Regimes.