In diesem nach einem Brand 1843 wieder aufgebauten Backsteingebäude spielte sich ein wesentlicher Teil der Breckerfelder Schulgeschichte ab. Die hierin untergebrachte Schule sah sich in der Nachfolge der 1685 gegründeten Lateinschule und war stark kirchlich geprägt. So versah bis 1805 der jeweilige Marienvikar das Amt des Rektors. Dieser bewohnte, lange als einziger Lehrer an der Schule tätig, das Obergeschoss. Seine bis zu 56 Schüler wurden in den zwei Klassenräumen darunter unterrichtet. Inhalte und Qualität des Unterrichts schwankten über die Zeit stark. Ziel dieser weiterführenden Schule war die „Ausbildung für das höhere bürgerliche Leben“.
1806 empfahl das Berliner Ober-Schul-Department die Vereinigung der jetzt Bürgerschule genannten Einrichtung mit den anderen Schulen vor Ort, da „die Beschaffenheit der Einwohner von Breckerfeld keine solche höhere Bürgerschule nöthig macht“. Die Schule blieb jedoch unabhängig, sodass sie auch am Ende des 19. Jahrhunderts einen Teil ihrer Schüler noch zum Übergang an ein Gymnasium befähigte.
Da das Gebäude am Ende des II. Weltkrieges stark beschädigt worden war, zog die seit 1939 bestehende Amtsmittelschule aus. Nach der Wiederinstandsetzung beherbergte das „alte Rektorat“ noch bis 1964 eine Außenklasse der heutigen Realschule.